LÜTZE-Technik bewährt sich im Gotthard-Basistunnel - Lütze Transportation GmbH

LÜTZE-Technik bewährt sich im Gotthard-Basistunnel

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Die LÜTZE TRANSPORTATION liefert als Supply-Partner der HARSCO RAIL EUROPE bahntaugliche Technik für die weltweit modernsten Erhaltungsfahrzeuge im Gotthard-Eisenbahntunnel.

Die HARSCO Rail Europe GmbH aus Düsseldorf, Teil der weltweit aktiven HARSCO Rail mit Stammsitz in den USA, lieferte für die Erhaltung des Gotthard-Basistunnels an die Schweizer Bundesbahnen (SBB) 31 der derzeit modernsten Erhaltungsfahrzeuge für die Schiene. Mit an Bord sind zahlreiche Komponenten des Bahntechnikspezialisten LÜTZE TRANSPORTATION. Die HARSCO Erhaltungsfahrzeuge sind dabei mit fortschrittlichster Leittechnik und automatischen Zugkupplungen (Kuppeln, Trennen) ausgerüstet. Sämtliche Zugbildungsarbeiten und die Ausführung der Bremsproben können vom bedienten Führerraum aus erfolgen. Kein Mitarbeiter muss außerhalb an oder zwischen den Fahrzeugen arbeiten. Neben der erhöhten Arbeitssicherheit wird so auch Zeit gespart. Die LÜTZE TRANSPORTATION steuert unter anderem bahntaugliche Komponenten wie Analog-Analog-Wandler, analoge Grenzwertschalter, diverse zwangsgeführte Relaisbausteine, Diodenbausteine und ein USB-Ladesystem bei. Die HARSCO Ingenieure schätzen insbesondere die Kompaktheit und Modularität, die Verdrahtungsvorteile sowie das gute Preis-Leistungsverhältnis der LÜTZE Komponenten.

Veränderte Anforderungen an Erhaltungsfahrzeuge

In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen, welche Erhaltungsfahrzeuge erfüllen müssen, deutlich verändert. So ist beispielsweise der Grad automatisierter Funktionalitäten deutlich angestiegen. Automatische Zugkupplungen und Ferndiagnose gehören so mittlerweile zum Standard bei HARSCO. Diplom-Ingenieur Andreas Göbbels, Projektleiter Erhaltungsfahrzeuge Gotthard-Basistunnel von HARSCO Rail Europe betont: „Letztlich geht es immer darum, die neueste Technik in einer entsprechenden Zugsteuerung zu harmonisieren und gleichermaßen alle Sicherheitsansprüche zu berücksichtigen“.

Moderne HARSCO Erhaltungsfahrzeuge nutzen den sogenannten Dual Mode, eine besonders nachhaltige Technik, und können sowohl rein elektrisch als auch dieselelektrisch fahren, wenn zum Beispiel über die Oberleitung kein Strom geliefert werden kann. Besonders stolz sind die verantwortlichen Ingenieure auf die Möglichkeit, den Zug nicht nur vom Fahrstand, mit eigener Fernsteuerung, sondern auch mittels Fernbedienung von verschiedenen Modulen, wie der Hubarbeitsbühne, aus zu steuern.

Die Erhaltungsfahrzeuge lassen sich als spezialisierte Wartungszüge zusammenstellen, die teilweise drei- bis vierhundert Meter lang werden können. Alle Wagen können miteinander kommunizieren und sind mit automatischen Kupplungen verbunden. Im Betrieb besteht die Möglichkeit, Zugteile voneinander zu trennen, um so unabhängig voneinander zu arbeiten.

HARSCO Erhaltungsfahrzeuge für den Gotthard-Basistunnel

Die Zahlen des Gotthard-Basistunnels sind beeindruckend: 57 Kilometer Tunnelstrecke und 13 Kilometer offene Neubaustrecke bedeuten insgesamt 308 Kilometer Schienen, 43 Weichen und 153 Kilometer Fahrleitung. Aber damit haben die Superlative noch kein Ende: 2.600 Kilometer Lichtwellenleiter, 3.200 Kilometer Kupferkabel und 7.200 Leuchten stellen die SBB als Betreiber vor große Herausforderungen bei Wartung und Erhalt der wichtigen Verkehrsverbindung auf der europäischen Nord-Süd-Achse. Unter einem Gebirgsmassiv von bis zu 2.450 Metern Dicke sind die meisten Arbeitsstellen in den zwei Fahrröhren des Gotthard-Basistunnels für Wartungs- und Erhaltungsaufgaben nur über den Schienenweg erreichbar. Nur an zwei Stellen ist der Zugang zu den Fahrröhren über horizontale Stollen mit leichten Nutzfahrzeugen möglich.

Die Wirtschaftlichkeit einer Verkehrsstrecke mit einer derartigen Investitionssumme kann nur sichergestellt werden, wenn die notwendigen Erhaltungsarbeiten möglichst schnell und zu genau definierten verkehrsarmen Zeiten stattfinden, damit die rund 165 Züge die täglich, durch den Gotthard-Eisenbahntunnel fahren sollen in ihrem Betrieb nicht eingeschränkt werden. Damit ist klar, dass die vollen Wartungsressourcen nur während sehr kurzen Zeitfenstern in den Nächten am Wochenende zur Verfügung stehen können. HARSCO Ingenieur Andreas Göbbels erläutert: „Auf Grund der Auslastung des Tunnels sind Wartungsarbeiten nur in den drei Nachtschichten beginnend samstags möglich – da muss jeder Handgriff sitzen und vieles parallel und multifunktional auf verschiedenen Arbeitsstellen erledigt werden. Wir können die Wartungsteams mit unseren hochspezialisierten Fahrzeugen dabei unterstützen“.

Insgesamt 31 HARSCO-Erhaltungsfahrzeuge wurden an die SBB übergeben. Davon sind 13 sogenannte Basisfahrzeuge, die für den sicheren Betrieb im Tunnel sorgen. Ergänzt werden diese durch hochspezialisierte Waggons wie etwa Modultrag- oder Kesselwagen. Jedes Basisfahrzeug führt standardmäßig einen Kran und ein integriertes Werkstattmodul mit sich. Auch an das Personal wurde aus Gründen des Komforts, aber ebenso aus Gründen der Sicherheit gedacht. So gibt es ein klimatisiertes Abteil für das Wartungspersonal und Einrichtungen wie ein WC und eine kleine Teeküche.

Ein weiteres Problem für die Erhaltungsarbeiten im Gotthard-Basistunnel sind die sehr hohen Durchschnittstemperaturen von 35 - 40 °C und die Luftturbulenzen. Um diese und die damit verbundenen herumfliegenden Staubpartikel einzudämmen und eine sichere Arbeitsumgebung zu schaffen, hat HARSCO Rail die weltweit einzigartigen Mobilen Erhaltungstore (MET) entwickelt. Diese trennen einen Tunnelabschnitt fast vollständig vom Rest der Tunnelröhre ab, indem das Einsatztor an der abzutrennenden Stelle aufgestellt und per Lasermessung auf den Millimeter genau ausgerichtet wird. Die Spreizarme des MET verbinden sich schließlich mit den in die Tunnelwand eingebauten Anpassringen.

LÜTZE als Partner der HARSCO Rail

LÜTZE TRANSPORTATION liefert für die verschiedensten Projekte von Harsco seit Jahren Lösungen, unter anderem bahntaugliche Analog-Analog-Wandler, analoge Grenzwertschalter, diverse Relaisbausteine, Diodenbausteine und ein USB-Ladesystem. Im aktuellen Fall der HARSCO Erhaltungsfahrzeuge wird mit der Bahntechnik aus dem Hause LÜTZE eine Stromüberwachung für AC 230 V-Verbraucher realisiert. Hierzu werden ein Analog-Analog-Wandler und ein analoger Grenzwertschalter kombiniert.

Als einer der ersten Hersteller bietet LÜTZE TRANSPORTATION zudem ein nach EN 50155 bahntaugliches USB-Ladegerät. Dieses USB-Ladesystem besteht aus einem DC/DC-Wandler und den entsprechenden USB-Ladebuchsen. Die Lokführer können mit diesem System auf dem Führerstand der Erhaltungsfahrzeuge bequem und sicher ihre Mobiltelefone und Tablet-PC laden. Einsatz- und Fahrpläne müssen nicht mehr ausgedruckt und können in Echtzeit aktualisiert werden.

Mit der HARSCO Rail, USA pflegt die LÜTZE TRANSPORTATION bereits seit dem Jahr 2000 eine sehr erfolgreiche Partnerschaft. Die aktuell in der dritten Generation gelieferten LÜTZE Produkte sind kundenspezifische IP68 geschützte SPS-Steuerungen mit integrierter Feldebene. Sie werden von der HARSCO USA mit einer selbst entwickelten Software für die Steuerung auf der gesamten Flotte an Gleisbau- und Instandsetzungsmaschinen eingesetzt. Die Ingenieure der HARSCO USA schätzen insbesondere die Unempfindlichkeit und Robustheit der Komponenten. Zu den weiteren Pluspunkten der LÜTZE Bahntechnik zählen für die HARSCO Techniker ohne Zweifel die sehr guten Diagnosemöglichkeiten für die angeschlossene Peripherie. Darüber hinaus bietet die einfache Möglichkeit LÜTZE Komponenten auszutauschen, z.B. nach den Vorgaben bestimmter Wartungszyklen, große Vorteile.

Zukünftige Projekte mit der LÜTZE TRANSPORTATION stehen bereits in den Startlöchern. HARSCO Rail entwickelt und produziert eine Flotte Fahrleitungsfahrzeuge für das Schweizer Schienennetz der SBB.

Bildnachweis: HARSCO
Andreas Schindler, LÜTZE TRANSPORTATION